Nähen

Abiballkleid / Abendkleid

12. Juli 2016

Vor 3 Wochen hatte meine Schwester ihren Abiball. Bereits im Januar habe ich ihr angeboten, ihr das Abiballkleid zu nähen. Doch sie hat dies immer wieder abgelehnt, da sie Angst hatte, dass es nicht rechtzeitig fertig werden würde. 
Aber immerhin konnte ich sie überreden, in den Weihnachtsferien mal zusammen nach Ballkleidern zu schauen. 
Denn sie hatte da schon recht spezielle Vorstellungen. Auf gar keinen Fall ein langes Kleid, eher kurz oder im Vokuhila-Stil, der Ausschnitt darf auch nicht zu hochgeschlossen sein, möglichst trägerlos und die Farbe sollte Richtung grün oder grünblau (türkis) gehen.. Und wenn möglich auch nicht zu viel Glitzer oder Spitze. Beim ersten Schauen haben wir kein wirklich kurzes Kleid gefunden. 
Doch ich konnte sie mithilfe einer Freundin von ihr überzeugen, wenigstens mal die langen Kleider anzuprobieren, um zu schauen, welche Ausschnittform und Farbe ihr überhaupt steht.
Dort haben wir festgestellt, dass ein Herzausschnitt am Besten zu ihr passt. Die geraden Ausschnitte von den Trägerlosen sahen etwas komisch aus.
Als dann in der Märzausgabe der Burda das Modell 127 gezeigt wurde, habe ich mir gedacht, dies ist das perfekte Kleid für sie.
Also noch mal gefragt und das Kleid dazu gezeigt.
Aber so ganz überzeugt war sie noch nicht. Die Angst, dass es nicht rechtzeitig fertig werden würde, hat überwogen.
Na gut hab ich mir dann gedacht, dann halt nicht. Dann habe ich auch mehr Zeit mein Kleid für den Ball zu nähen. 
Ende Mai hab ich dann mal nachgefragt, ob sie inzwischen schon ein Kleid gefunden hat. 
Hatte sie aber immer noch nicht.
Also hab ich ihr dann nochmal das Schnittmuster geschickt und ihr gesagt, dass ich ihr daraus ein Kleid nähen könnte. Dann war sie aber doch ganz glücklich, dass die Kleidersuche endlich ein Ende hatte.
Sobald ich aus der Uni zurück war, habe ich begonnen, den Schnitt abzupausen und mit alten Stoffresten ein Probekleid zu nähen. Denn am kommenden Wochenende fuhr ich nach Hause und da wollte ich es mitnehmen, damit ich die Passform checken konnte. 
Ich hatte Glück, sie hat da ziemlich genau meine Maße.
In Berlin habe ich mich dann auf die Suche nach dem passenden Stoff gemacht. Allerdings ohne meine Schwester, denn sie musste noch für ihre letzte Abiturprüfung lernen. Aber sie hat unterwegs immer ein paar Bilder geschickt bekommen, welche Stoffe so zur Auswahl stehen.
Den Crêpe-Chiffon (der obere Mintfarbene) habe ich auf dem Stoffmarkt am Maybachufer gefunden. Jedoch kein passendes Futter. Also ging’s dann weiter zu Stoff und Stil. Dort habe ich dann einen Viskosestoff gefunden, der sehr gut mit dem Crêpe-Chiffon harmonierte. Passende Bänder für Taille und Haarschmuck habe ich dort auch gleich mitgenommen. Eine Freundin stand mir da ganz gut zur Hilfe, denn sie hatte einen ähnlicheren Hautton zu meiner Schwester als ich, 🙂
Mit der Stoffauswahl, war meine Schwester dann zum Glück sehr zufrieden 🙂
Zurück in München habe ich mich dann an die erforderlichen Anpassungen im Schnitt gemacht. Ich habe jeweils einen halben Zentimeter bei den Vorderteilen weggenommen, da dort bei der Anprobe zu viel Luft war. 
Das Nähen hat dann sehr reibungslos funktioniert. Nur noch passende Stäbchenmiederbändchen und Vlieseline mussten noch besorgt werden.
Das Oberteil besteht aus 3 Lagen Stoff. Wobei die obersten 2 Lagen wie eine gearbeitet werden.
Im Rücken wird dann das Kleid mit einem nahtverdeckten Reissverschluss geschlossen. 
Meine Schwester hat dann zwischendurch immer kleine Updates aus der Produktion bekommen, damit sie beruhigt ist 😀
Nachdem das Kleid fertig genäht war, konnte ich es endlich anprobieren. Es saß auch recht gut, nur oben war noch etwas Platz, so dass es nicht soo ganz fest saß, wie man bei einem trägerlosen Kleid gern hätte.
Da es aber an der Taille sehr eng saß, hab ich nur nach oben hin nochmals Weite rausgenommen. Dies habe ich so lange anpasst, bis das Kleid beim Springen auch noch fest saß. 
Den Saum habe ich dann mit ganz kleinen Zickzackstichen versäubert.
Jetzt hatte ich nur noch Angst, dass es meiner Schwester zu locker oder zu eng sein könnte, da ich die Anproben nur bei mir durchführen konnte.
Aber es hat zum Glück alles super gepasst. 🙂 Und sie war sehr glücklich über ihr Kleid.


Der Abiball war dann sehr schön und sie hat sich auch sehr wohlgefühlt in dem Kleid. Mit der Farbe ist sie sogar aus der Masse gestochen. Denn sehr viele hatten dunkle/schwarze oder creme/weiße Kleider.

Dieses Jahr im August, gehts dann damit noch auf eine Hochzeit und dort kann sie es gleich noch mal anziehen.
Und dann kann ich vielleicht auch hoffentlich noch mal ein paar Bilder von der Rückansicht machen.

 

Hier noch mal eine Übersicht:

Schnitt: Burda 03/2016 Nr.127
Größe: 42 ( Aber Weite der Brust raus genommen)
Crêpe-Chiffon: Stoffmarkt am Maybachufer
Viskose (Futter): Stoff & Stil Berlin

Verlinkt bei
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afterworksewing

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  1. Ganz großes Kino. Das Kleid ist toll. Eigentlich geht es beim MMM um für sich selbst genähte Kleidung, aber bei solch einem Prachtstück mache ich da gerne mal ne Ausnahme.
    LG Karin für das MMM Team

    1. Vielen Dank, das freut mich. 🙂
      Oh Entschuldigung, ich hatte extra noch nachgeschaut, aber dann habe ich das wohl überlesen :/ Aber danke, dass ich trotzdem verlinkt bleiben durfte 🙂

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  3. Schon lustig, dass deine Schwester seit Anfang Januar Angst hat, dass das Kleid nicht fertig wird und dann wird es fertig, obwohl ihr erst Monate später anfangt. xD Es ist auf jeden Fall großartig geworden!

    Ich finde es total toll, so ein "spezielles" Kleid zu tragen, dass heraus sticht. Ich hatte mich damals bei meinem allerdings für einen Sari entschieden, ein Näherfahrungen damals reichten einfach noch nicht für mehr aus. Aber er fiel definitiv auf. 🙂

    Liebe Grüße,
    Julia

  4. Ganz tolle leistung!
    die farbe ist auch super schön, ist wikrlich selten bei den festlichen kleider. bei dem abiball meiner tochter (auch dieses jahr gewesen) gabs nur 1 in der farbe, dafür aber jede menge nachtblau. meine tochter war in koralle:-),gemäß ihrem farbtyp.

  5. P.S. ein kleiner tipp noch für dich: damit das kleid bombenfest sitzt, kann man an der taille ripsband oder twillband annähen der dann mit stäbchentunnels punktuell vernäht/befestigt wird. so hat das kelid gar keine chance zu rutschen.natürlich muss das band eng an der taille sitzen.es hat auch positiven nebeneffekt- man nimmt die spannung vom reißverschluß.

    1. Vielen Dank, bei ihrem Abiball war sie auch die einzige mit der Farbe. Viele andere Kleider waren auch dunkelblau bis schwarz. Das korallfarbende Kleid schaut auch schön aus. Das wäre auch meine Farbe gewesen 😀
      Danke für den Tipp, mit dem Taillenband hab ich leider erst danach auch mal durch Zufall gelesen. Aber beim nächsten mal werde ich es auf jeden Fall mit einbauen.
      Lg, Beccy

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